28. Oktober 2026
Was ist Trauma
Ein Trauma ist mehr als ein schlimmes Erlebnis.
Es geht auch darum, was eine Erfahrung in uns hinterlässt.
Eine belastende Kindheit, Verluste, Gewalt oder andere überwältigende Situationen können tiefe Spuren hinterlassen. Aber auch anhaltende emotionale Unsicherheit, fehlende Geborgenheit oder das Gefühl, mit den eigenen Bedürfnissen allein zu sein, können uns prägen.
Wenn wir in einer schwierigen Situation keine ausreichende Unterstützung erfahren und uns weder wehren noch entziehen können, entwickelt unser System häufig Schutzstrategien. Sie helfen uns damals, mit dem Erlebten zurechtzukommen. Später können sie unser Leben einschränken – etwa durch Ängste, Rückzug, Erschöpfung, innere Unruhe oder Schwierigkeiten in Beziehungen.
Traumatische Erfahrungen können in unserem Körper und Nervensystem nachwirken. Man könnte sagen, ein Teil unseres Erlebens ist wie eingefroren: Wir reagieren weiterhin mit Alarm, Anspannung oder Erstarrung, obwohl die Gefahr längst vorbei ist. Das kann unseren Alltag belasten und sich in unterschiedlichen körperlichen und seelischen Symptomen zeigen.
Doch dieses Festgehaltensein muss nicht für immer bestehen bleiben. In einem geschützten Rahmen können wir lernen, uns wieder sicherer zu fühlen, alte Schutzmuster behutsam zu lösen und neue Erfahrungen zu integrieren. Das Bild des Auftauens beschreibt diesen Prozess anschaulich: Festgehaltene Reaktionen können sich verändern, und es kann wieder mehr Bewegungsfreiheit, Lebendigkeit und Verbundenheit entstehen.
Auch die Hirnforschung kennt eine wichtige Grundlage für diese Veränderung: Neuroplastizität. Unser Gehirn kann sich ein Leben lang verändern und durch neue Erfahrungen neue Verbindungen und Reaktionsmöglichkeiten entwickeln.
In meiner Arbeit als NARM®-Trauma-Therapeutin geht es deshalb nicht nur darum, die Vergangenheit zu verstehen. Wir erforschen auch, wie frühere Erfahrungen heute unser Selbstbild, unsere Gefühle und unsere Beziehungen beeinflussen – und wie neue Erfahrungen möglich werden können.
Trauma ist keine Schwäche. Und die Vergangenheit muss nicht bestimmen, wie wir heute leben. Auch wenn belastende Erfahrungen lange zurückliegen, können Integration, Veränderung und Heilung möglich werden. Fast alle Menschen haben Teile ihrer Kindheit nicht vollständig verdaut und unser Leben dient dieser Integration.
Ich begleite dich dabei wertschätzend und in deinem eigenen Tempo – in meiner Praxis in Langgöns oder online.